Kladruber

Heimat: Tschechei, Gestüt Kladruby (Schimmelzucht) und Gestüt Slatinany (Rappzucht). Das Gestüt Kladruby wurde 1579 auf der Grundlage von Andalusiern und Neapolitaniern gegründet, die aus Spanien und Italien eingeführt wurden. Generale, Enkel eines seit 1764 verwendeten italienischen Hengstes, wurde Stammvater der Schimmelzucht, die bis heute durchgehend in Kladruby existiert und die auch durch ihn ihren Namen erhielt. Die Rapplinie, benannt nach dem 1799 eingeführten spanisch italienischen Rapphengstes Sacramoso, hatte ein weniger beständiges Schicksal und war nach dem ersten Weltkrieg fast zum aussterben verurteilt. Im Gestüt Slatinany versucht man gegenwärtig, mit rein erhaltenen Exemplaren weiterzuzüchten. Die zahlenmäßig geringe Zucht besteht heute aus vier Blutlinien: Generale und Generalissimus (Schimmel), Sacramoso und Favory (Rappen). Während der Donaumonarchie bis zum ersten Weltkrieg waren alle Kladruber als Gala- und Kutschpferde für den Habsburger Hof reserviert.
Erscheinungsbild: Langer, stark ausgeprägter Rammskopf, steil aufgesetzter, sehr muskulöser Hals, steile Schulter, langer, gerader Rücken, breite, kurze und waagerechte Kruppe mit hoch angesetztem Schweif. Die Brust ist breit und tief, der Rumpf tonnig gewölbt, die kräftigen Gliedmaßen stehen insgesamt etwas steil. Nur Schimmel und Rappen.
Eigenschaften: Temperamentvolles, trotz des schweren Kalibers recht elegantes und stolzes Kutschpferd mit sehr imponierender Aktion im Trabe, die allerdings wenig Raumgriff zuläßt. Friedfertiger Charakter, spät ausgewachsen und langlebig.

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