Der Lebensraum des nachzeitlichen, gegen Ende des vorigen Jahrhunderts
ausgestorbenen europäischen Wildpferdes,
von dem eine graufalbe Steppenform und eine mausgraue Waldform bekannt war,
erstreckte sich in historischer Zeit vorwiegend über das nördliche Polen,
Mittel- und Südrußland. Die letzte wildlebende Tarpanstute soll 1876 in der
Ukraine erlegt worden sein. Da Tarpanhengste häufig freilebende Hauspferdeherden
der Bauern heimsuchten und deren Hengste töteten und die Stuten entführten,
wurden sie gnadenlos verfolgt, bis sie schließlich ausgerottet waren. Das Erscheinungsbild
des Tarpans war durch Stehmähne, Aalstrich und zebroide Streifung der dunklen Gliedmaßen
gekennzeichnet, soll etwas größer und graziler als das Przewalskipferd gewesen
sein. Wissenschaftlich fundierte Beweise und Belege über den Tarpan sind kaum
überliefert. Man vermutet, dass der polnische Konik domestizierter Nachkomme
des europäischen Wildpferdes ist.
Mit ausgewählten, besonders tarpanähnlichen Koniks betreibt man in einem
polnischen Moor und Bruchlandgebiet Rückzüchtungsversuche innerhalb einer
wildlebenden Herde, um das Erscheinungsbild des europäischen Wildpferdes
wiedererstehen zu lassen.
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